Glück und Leid

Enttäuschung an Tag 2

Fassungslos sitzt man vor dem Fernseher und sieht wie der haushohe Favorit, der nach drei Läufen noch auf Platz 1 lag, bis auf Platz 5 abrutscht. Und weg der zum Greifen nahe vierte Olympiasieg auf dem Rodelschlitten. Aber der Sport schreibt seine eigenen Geschichten. Aufgrund eines Fahrfehlers musste sich Felix Loch am Sonntag zwei Newcomern (aus Österreich und den USA) geschlagen geben. Der Drittplatzierte der Wahl „Sportler des Jahres“ 2014 zeigte sich sichtlich enttäuscht, weiß aber auch „mit solch einem Fehler, hat man es nicht verdient Olympiasieger zu werden.“ Ans Aufhören wird nicht gedacht und so schallt bereits die Kampfansage für 2022 durch die deutsche Presse. Durch sein Abrutschen auf Platz 5 gelingt allerdings einem anderen Deutschen der ganz große Coup. Johannes Ludwig erobert den dritten Platz und damit olympisches Edelmetall. Der Oberhofer hatte Ende 2016 seinen ersten Weltcupsieg errungen und kann sein Glück kaum fassen. Zudem wird er auch in der Mixed-Staffel am Donnerstag an den Start gehen.

Medaillenregen an Tag 3

In jeder Arbeitswoche ist der Montag der am meisten verfluchte Tag - nicht aber wenn man dem Team Deutschland angehört und sich momentan bei den Olympischen Spielen in Südkorea befindet. In PyeongChang hagelte es Medaillen für Deutschland. Die amtierende Sportlerin des Jahres Laura Dahlmeier erkämpfte sich im Alpensia Biathlon Center zwischen gezuckerten Bergspitzen die zweite Goldmedaille. Souverän mit nur einem Schießfehler und einem Start/Ziel-Sieg. Uschi Disl (Sportlerin des Jahres 2005), selbst Biathlon-Queen, traut Laura Dahlmeier weitere vier Podestplätze zu: „Bei Laura ist momentan alles möglich.“

Und nicht nur die Fans der Biathlon-Damen werden mit Meriten verwöhnt, auch die Biathlon-Herren trumpfen groß auf. Zwar konnte Arnd Peiffer keine zweite Goldmedaille erkämpfen, landete aber trotzdem auf einem zufriedenstellenden 8. Rang. Es hat den Anschein, als stünden die Bibber-Spiele im kalten PyeongChang unter dem Stern der Überraschungen. Benedikt Doll sicherte sich an Tag 3, nach einem Verfolgungskrimi die Bronzemedaille und damit nächstes Edelmetall für Deutschland. Im weiteren Verlauf des Abends kam Silber hinzu. Doch diesmal nicht für die bei den Highlights stets so präsente Carina Vogt, bei der Premiere des Damen-Wettbewerbs vor vier Jahren mit Gold dekoriert. Sie patzte, dafür sicherte sich die in diesem Winter konstant springende Katharina Althaus den zweiten Platz.